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<title>Postabteil</title>
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<h1 id="firstHeading" class="firstHeading mw-first-heading"><span class="mw-page-title-main">Postabteil</span></h1>
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<p><b>Postabteile</b> sind die für Postzwecke bestimmten Teile von <a href="Gep%C3%A4ckwagen_(Eisenbahnwagen)" title="Gepäckwagen (Eisenbahnwagen)">Reisezuggepäck-</a> und <a href="Personenwagen" class="mw-redirect" title="Personenwagen">Personenwagen</a> der Eisenbahnen. Sie wurden in solchen Zügen verwendet, in denen sich die Einstellung eines <a href="Bahnpostwagen" title="Bahnpostwagen">Bahnpostwagens</a> wegen des geringen Verkehrs nicht lohnte, besonders auf <a href="Nebenbahn" title="Nebenbahn">Nebenbahnstrecken</a>, oder bei der Eigenart des Zuges, wie beispielsweise <a href="Schnelltriebwagen" title="Schnelltriebwagen">Schnelltriebwagenzüge</a>, nicht möglich war.<sup id="cite_ref-Hwb-489_1-0" class="reference"><a href="#cite_note-Hwb-489-1"><span class="cite-bracket">[</span>1<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>

<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Aufbau">Aufbau</h2></div>
<p>Die Postabteile sind gegen den Gepäck- oder Personenraum der Eisenbahnwagen durch eine Zwischenwand abgeschlossen. Wo erforderlich, ist in dieser Trennwand eine schmale verschließbare Tür vorhanden, damit der <a href="Zugf%C3%BChrer_(Bahn)" title="Zugführer (Bahn)">Zugführer</a> von seinem Abteil im Gepäckwagen in die hinter dem Postabteil laufenden Personenwagen gelangen kann. Bei der <a href="Deutsche_Bundesbahn" title="Deutsche Bundesbahn">Deutschen Bundesbahn</a> hatten nur die in vierachsigen Packwagen eingerichteten Postabteile eine schmale Tür, die mit dem Gepäckraum verbunden war.
</p><p>Alle Postabteile, ausgenommen die kleineren Abteile in einigen vierachsigen Packwagen und in Triebwagenzügen, haben in ihrem Innenraum die für den Postdienst notwendigen Einrichtungen und an jeder Außenseite besondere Ladetüren sowie Briefeinwürfe. Sie tragen außerdem an jeder Längsseite die Aufschrift „Post“.
</p><p>Für die Herstellung der Postabteileinrichtungen und ihre Unterhaltung sowie für ihre etwaige Beseitigung trugen die Postunternehmen die anfallenden Kosten. Außer diesen Postabteilen mit besonderen Einrichtungen für Zwecke der Postbeförderung wurden auch abgeschlossene Personenabteile oder ein Teil der Ladefläche des Gepäckwagens als „Postabteile“ überlassen.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Deutschland">Deutschland</h2></div>
<p>Die <a href="Preu%C3%9Fisches_Postwesen" title="Preußisches Postwesen">preußische Postverwaltung</a> benutzte solche Abteile anfänglich in schnell fahrenden Zügen. Die Größe der Postabteile wurde 1880 dahin festgelegt, dass sie in der Regel nicht länger als vier Meter sein durften. In den 1950er Jahren wurde die Abmessung der Postabteile von Fall zu Fall zwischen der Bundespost und den Eisenbahnen vereinbart.<sup id="cite_ref-Hwb-489_1-1" class="reference"><a href="#cite_note-Hwb-489-1"><span class="cite-bracket">[</span>1<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Die Eisenbahnwagen mit Postabteilen wurden mit folgenden Abkürzungen bezeichnet:
</p>
<ul><li>Pw Post = Postabteil in zweiachsigen Packwagen</li>
<li>Pw Post 3 = Postabteil in dreiachsigen Packwagen</li>
<li>Pw Post 4ü = Postabteil in vierachsigen Packwagen mit Übergangsbrücken und Faltenbälgen (für <a href="Durchgangszug" title="Durchgangszug">Durchgangszüge</a>)</li>
<li>C Post = Postabteil in zweiachsigen Personenwagen 3. Klasse.</li></ul>
<p>Für die Beförderung der Postabteile zahlte die <a href="Deutsche_Bundespost" title="Deutsche Bundespost">Deutsche Bundespost</a> an die Eisenbahnen eine Vergütung nach der Anzahl der für Zwecke des Postdienstes gefahrenen Achskilometer. Dabei wurden die Postabteile in Fahrzeugen der <a href="Deutsche_Bundesbahn" title="Deutsche Bundesbahn">Deutschen Bundesbahn</a> ohne Rücksicht auf die Größe des Postabteils und die Achszahl des Wagens mit einer Achse angerechnet. Zur Sicherstellung der richtigen Aufschreibung der Achskilometer durch den Zugführer musste an einem Fenster jeder Wagenseite der Postabteile eine Papptafel mit gelbem Rand und der Aufschrift „1&nbsp;Achse Post von … bis&nbsp;…“ aushängen, solange das Abteil zur Postbeförderung benutzt wurde. Wenn das Abteil in Wagen der Privat- und Kleinbahnen eingerichtet war, wurden die Achskilometer der Postabteile nach dem Verhältnis der Abteillänge zur Wagenlänge berechnet.<sup id="cite_ref-2" class="reference"><a href="#cite_note-2"><span class="cite-bracket">[</span>2<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Im <a href="Transitverkehr_durch_die_DDR" title="Transitverkehr durch die DDR">Transitverkehr durch die DDR</a> wurde von der Postbeförderung in Postabteilen häufig Gebrauch gemacht. Hierdurch bot sich die Möglichkeit, den beanspruchten Laderaum ohne kostspieligen Aufwand den jeweiligen betrieblichen Anforderungen anzupassen.<sup id="cite_ref-Hwb-190_3-0" class="reference"><a href="#cite_note-Hwb-190-3"><span class="cite-bracket">[</span>3<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Der Bestand an Postabteilen in Reisezugwagen und <a href="Triebwagen" title="Triebwagen">Triebwagen</a> der Deutschen Bundesbahn betrug Anfang der 1970er Jahre:<sup id="cite_ref-Hwb-190_3-1" class="reference"><a href="#cite_note-Hwb-190-3"><span class="cite-bracket">[</span>3<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<ul><li>Reisezugwagen mit Postabteil und postalischer Einrichtungen: 11 Stück</li>
<li>Dieseltriebwagen mit Postabteil: 12 Stück</li>
<li>Elektrische Triebwagen mit Postabteil: –</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Österreich"><span id=".C3.96sterreich"></span>Österreich</h2></div>

<p>In Österreich gab es bei der <a href="Elektrische_Oberleitungs-Automobillinie_Gm%C3%BCnd" title="Elektrische Oberleitungs-Automobillinie Gmünd">O-Bus-Linie in Gmünd</a> ein Postabteil.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Literatur">Literatur</h2></div>
<ul><li><i><a href="Handw%C3%B6rterbuch_des_Postwesens" title="Handwörterbuch des Postwesens">Handwörterbuch des Postwesens</a></i>
<ul><li>2. Auflage: <i>Postabteile,</i> S. 489–490,</li>
<li>3. Auflage: <i>Bahnpostwagen und Postabteile</i> von Harry Miosga, S. 190.</li></ul></li>
<li>Walther Brandt: <i>Zweiachsiger Gepäckwagen mit Postabteil der <a href="Brandenburgische_St%C3%A4dtebahn" class="mw-redirect" title="Brandenburgische Städtebahn">Brandenburgischen Städtebahn</a>.</i> In: <i>Vom feurigen Elias und der sanften Elise.</i> Albis-Verlag, Düsseldorf 1968.</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Einzelnachweise">Einzelnachweise</h2></div>
<ol class="references">
<li id="cite_note-Hwb-489-1"><span class="mw-cite-backlink">↑ <sup><a href="#cite_ref-Hwb-489_1-0">a</a></sup> <sup><a href="#cite_ref-Hwb-489_1-1">b</a></sup></span> <span class="reference-text"><i>Handwörterbuch des Postwesens.</i> 2. Auflage. S. 489.</span>
</li>
<li id="cite_note-2"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-2">↑</a></span> <span class="reference-text"><i>Handwörterbuch des Postwesens.</i> 2. Auflage. S. 490.</span>
</li>
<li id="cite_note-Hwb-190-3"><span class="mw-cite-backlink">↑ <sup><a href="#cite_ref-Hwb-190_3-0">a</a></sup> <sup><a href="#cite_ref-Hwb-190_3-1">b</a></sup></span> <span class="reference-text"><i>Handwörterbuch des Postwesens.</i> 3. Auflage. S. 190.</span>
</li>
</ol></div><!--htdig_noindex--><div><div class="zim-footer">
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